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Das 18 - Das 20
300 Jahre Ausbeutung

Das 18. Jahrhundert – Der Kataster, die Strafe von Philipp V

Das Ziel der Sieger war, dass Katalonien die Kosten der Besatzungsarmee übernehmen mußte

Jordi Mata (text) Agustí Alcoberro, Francesc Cabana, Josep Maria Solé i Sabaté (beratung) Maja Zoll (übersetzung)

Philip V
Felip V
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Seit dem Beginn der aktuellen Finanzkrise hat die Debatte über die wirtschaftliche Diskriminierung Kataloniens innerhalb der dortigen Bevölkerung stark an Bedeutung gewonnen. Es wird beanstandet, dass ein Großteil der in Katalonien gezahlten Steuern nicht in die Bedürfnisse und Infrastrukturen Kataloniens fließt, dass das Finanzierungssystem ungerecht ist und dass der spanische Staat Investitionen Priorität auf der Grundlage politischer - und nicht wirtschaftlicher – Kriterien einräumt, wie beispielsweise im Fall des mediterranen Korridors.
Diese Situation nahm bereits vor drei Jahrhunderten ihren Lauf, als Katalonien, damals Verlierer des Erbfolgekrieges (1701-1714), als Bestrafung einer Reihe von wirtschaftlichen Besteuerungen unterlag; Besteuerungen, die im Lauf des 19. und 20. Jahrhunderts aufrecht erhalten und jeweils an die aktuelle Situation angepasst wurden.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts schickten sich die absoluten Monarchien zur Deckung der durch die Kriege verursachten Kosten dazu an, ihre Steuersysteme zu überprüfen. Die Steuern sollten erhöht werden, wenngleich ein Aufschwung der Wirtschaft nicht zu spüren war. Im Königreich Kastilien war dies aufgrund chaotischer Finanzen und enormer Defizite unmöglich. Die Hofräte von Philipp V., der seit 1700 auf dem Königsthron saß, stellten sich einer Erhöhung des Steuerdrucks auf die kastilischen Steuerzahler entgegen. Die Krone von Aragón, d.h. die Konföderation des Königreichs Aragonien, des Königreichs Valencia und des Fürstentums Katalonien, stimmten ebenfalls dagegen.

Vorher und nachher
In Katalonien gab es ein eigenes Steuersystem, in dem die eigene, katalanische Regierung, die sogenannte Diputación del General oder Generalitat, die Steuern einnahm und verwaltete – und nicht der König wie es in Kastilien der Fall war. Dies verlieh den Katalanen ausreichend Freiheit, um zu entscheiden, ob sie sich an den Kosten der Außenpolitik der spanischen Monarchie beteiligen wollten oder nicht. Die kaiserliche Gangart war allerdings für die Katalanen wenig attraktiv, und sie weigerten sich oft zu bezahlen.
Nach Ende des Erbfolgekriegs zielten die Minister von Philipp V., der an der Seite von Erzherzog Karl und dessen anglo-holländischen Verbündeten gekämpft hatte, darauf ab, dass Katalonien die Kosten für das Heer trug, von dem es besetzt wurde. Zu diesem Zweck wurde eine neue Steuer mit dem Namen Kataster geschaffen, die auf Eigentum und Personen erhoben wurde.

Ein verzerrtes bild
Wenngleich der Kataster bei der Steuerzahlung theoretisch für mehr soziale Gerechtigkeit sorgen sollte, wurde er unmittelbar als Strafe wahrgenommen: eine als Zivilsteuer verpackte Kriegssteuer. Enteignungen und Gefängnisstrafen waren einige der zur Steuereintreibung eingesetzten Zwangsmittel. Der festgelegte Steuersatz (1.000.000 kastilische Pesos) war jedenfalls unverhältnismäßig. Kastilien war der Ansicht, dass Katalonien weiterhin so wohlhabend wie vor dem Krieg war und berücksichtigte die Auswirkungen des Konflikts auf die Bevölkerung nicht.
Somit entsprach der für den Kataster charakteristische festgelegte Beitrag nie den realen Einkünften der Gesellschaft und er berücksichtigte auch nicht, dass zum Beispiel eine schlechte Ernte das Begleichen des Steuersatzes unmöglich machte. So war die in Katalonien erhobene Steuerlast in manchen Jahren derart extrem hoch, dass die spanischen Steuereintreiber selbst zur Steuersenkung rieten.

Der steuerdruck in zahlen
Zwischen 1726 und 1744 konsolidierte sich der Kataster parallel zum neuen Regierungssystem von Philipp V. Auch die überzogenen Beträge des Katasters wurden eingefroren und unterlagen ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, als das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum Kataloniens den hohen Steuerdruck erträglicher machten, keinem Widerstand mehr. Innerhalb von fünfzig Jahren (1729-1779) stieg die indirekte Besteuerung um 248% an und die Gesamtbesteuerung einschließlich Kataster um 150%.
1845 wurde eine Steuerreform durchgeführt, und der Kataster verschwand. In Kastilien hielt der Eindruck mangelnder steuerlicher Solidarität Kataloniens jedoch an; durch die Expansion von Handel und Industrie hatte Katalonien eine beachtliche Entwicklung erreicht, und dieser Eindruck führte dazu, dass der Preis für die Niederlage 1714 weiterhin bezahlt werden sollte, wenn auch anderweitig.

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